Mit Hormonen zum Fettpolster

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Hormone wirken in vielfältiger Weise auf das Körpergewicht und den Appetit ein.

Da das Zusammenspiel der Hormone sehr komplex ist, weiß man noch lange nicht alles über ihre Wirkungen. Aber was man weiß, ist schon sehr interessant, wenn man abnehmen will.

Die verschiedenen Hormone werden von unterschiedlichen Hormondrüsen produziert. Diese Hormondrüsen befinden sich an ganz unterschiedlichen Stellen des Körpers, beispielsweise im Hals (Schilddrüse), im Bauch an der Bauchspeicheldrüse (Inselzellen) oder auf der Niere (Nebennieren). Das Zusammenspiel der Hormone wird jedoch von Hormondrüsen im Kopf gesteuert, beispielsweise von der schon erwähnten Hypophyse (Hirnanhangdrüse) und von der Zirbeldrüse.

Über die Hormone und ihre Wirkungen auf das Körpergewicht könnte man dicke Bücher schreiben. Nachfolgend daher nur ein kurzer Überblick über die wichtigsten gewichtsrelevanten Hormone.

Insulin

Das Hormon Insulin muss in den letzten Jahren in vielen Publikationen als böses Dickmacher-Hormon herhalten.

Dabei ist das Insulin ein lebenswichtiges Hormon, das benötigt wird, um nach einer reichlichen Mahlzeit den Blutzucker-Spiegel herunter zu regeln.

Damit der Zucker im Blut geringer wird, sorgt das Insulin dafür, dass er in die Leber, die Muskelzellen und auch in die Fettzellen wandern kann. In Leber und Muskeln wird der Zucker in Glykogen umgewandelt und steht dann als Kurzzeitvorrat zur Verfügung. In den Fettzellen wird der Zucker als längerfristiger Vorrat gespeichert.

Bei einem erhöhten Insulinspiegel, also nach einer Mahlzeit, findet die Fettverbrennung für drei bis sechs Stunden um etwa 30% verringert statt. Insulin blockiert die Fettverbrennung jedoch keineswegs vollständig.

Bei einer Insulinresistenz, die bei entsprechender Veranlagung zusammen mit Übergewicht auftreten kann, reagieren die Zellen nicht mehr so gut auf das Insulin. Es wird also mehr Insulin benötigt, um den Blutzucker zu senken. Eine Insulinresistenz kann man an einem erhöhten Insulinspiegel im nüchternen Zustand erkennen. Viel körperliche Bewegung hilft dem Insulin bei seiner Arbeit und kann daher auch gegen Insulinresistenz helfen.

Diabetes vom Typ 2 (Altersdiabetes) ist sozusagen die verschärfte Variante der Insulinresistenz. Das produzierte Insulin reicht nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel ausreichend zu senken. Auch hier hilft viel Bewegung.

Glukagon

Glukagon ist der Gegenspieler des Insulin. Es dient dazu, den Blutzuckerspiegel anzuheben, wenn er zu niedrig geworden ist.

Die Glykogenspeicher werden vom Glukagon abgebaut und in Glukose umgewandelt.

Außerdem wandelt Glukagon Nahrungseiweiß zu Glukose um. Auch die Fettpolster des Körpers werden bei Bedarf angezapft. Dadurch erhöht sich der Spiegel der Blutfettwerte, was jedoch nicht immer ein erwünschter Zustand ist.

Von manchen Autoren wird Glukagon als Schlankmacher-Hormon gefeiert. In gewisser Weise trifft das natürlich zu, aber das bedeutet nicht, dass man Glukagon außerhalb seiner natürlichen Wirkungsweise einsetzen sollte. Aus dem Nutzen, den es im Wechselspiel mit dem Insulin hat, könnte ein Schaden werden, weil es den Blutzuckerspiegel anhebt, Proteine abbaut und die Blutfettwerte erhöht.

Leptin

Das Hormon Leptin wird als Sättigungshormon bezeichnet, weil es das Auftreten von Hungergefühlen verhindert.

Leptin wird unter anderem vom Fettgewebe und im Hypothalamus ausgeschüttet. Eigentlich müsste es also dafür sorgen, dass Menschen mit vielen Fettpolstern nicht so leicht hungrig werden. Doch leider funktioniert es nicht wie gewünscht.

Übergewichtige Menschen haben zwar häufig einen erhöhten Leptinspiegel, aber ihr Körper reagiert nicht ausreichend auf das Leptin. Die Betroffenen haben eine Leptinresistenz. Das bedeutet, dass sie trotz hohem Leptinspiegel hungrig sind.

Die Leptinresistenz ist auch dafür verantwortlich, dass Leptin nicht als Appetitzügler funktioniert.

Ghrelin

Ghrelin ist als Hungerhormon bekannt. Es wird unter anderem von der Magenschleimhaut hergestellt und regt den Appetit an.

Eine Vorstufe des Ghrelins wird auch von Hypothalamus und Hypophyse hergestellt, was wieder einmal deutlich macht, dass ein Großteil der Vorgänge rund um das Abnehmen im Kopf beginnen.

Ghrelin spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Hungers.

Nicht nur fehlende Nahrung, sondern auch Schlafmangel bewirkt eine verstärkte Ausschüttung von Ghrelin. Dadurch kann Schlafmangel hungrig machen und Übergewicht fördern.

Bei Menschen mit dem seltenen Gendefekt Prader-Willi-Syndrom wird erheblich mehr Ghrelin ausgeschüttet als bei gesunden Menschen. Die Betroffenen haben ab dem dritten Lebensjahr einen unstillbaren Hunger und neigen daher zur Fettleibigkeit.

Obestatin

Erst kürzlich wurde das Hormon Obestatin entdeckt. Es ist ein Gegenspieler des Ghrelin und senkt daher den Appetit.

Ob es sich jedoch als Medikament zur Appetitsteuerung eignet, ist noch nicht ausreichend erforscht. Eine erfolgreiche medizinische Nutzung ist erfahrungsgemäß jedoch eher unwahrscheinlich.

Cortisol

Das von der Nebenniere hergestellte Cortisol, manchmal auch Kortisol genannt, ist eines der zahlreichen Stresshormone. Das lebensnotwendige Hormon  unterstützt Adrenalin und Noradrenalin bei ihrer Arbeit und hilft bei der Verarbeitung von Stresssituationen. Die Ausschüttung des Cortisols wird im Gehirn von der Hypophyse und dem Hypothalamus gesteuert.

Daher ist der Cortisol-Spiegel vor allem etwa eine halbe Stunde nach einer Stresssituation erhöht. Wenn man jedoch ständig unter Stress leidet, kann einer erhöhter Cortisol-Spiegel zum Dauerzustand werden.

Cortisol ist übrigens die natürliche Variante des Medikaments Kortison, das unter anderem gegen Hauterkrankungen und Allergien eingesetzt wird.

Die Hauptaufgabe des Cortisols ist es, die Verarbeitung einer Stresssituation zu fördern. Es soll dabei helfen, sich vom Kampf mit dem Löwen wieder zu erholen, wobei heutzutage kaum noch jemand gegen Löwen kämpft, sondern eher stressige Telefonate bewältigen muss und dabei auf seinem Stuhl sitzen bleibt.

Als direkte Wirkung hilft Cortisol unter anderem, den Blutzuckerspiegel zu steigern, außerdem verhindert es Entzündungsprozesse.

Bei dauerhaft erhöhtem Cortisol-Spiegel, beispielsweise weil man einen stressigen Job hat, fördert Cortisol die Gewichtszunahme im Bauch. Es kommt zu dem gefürchteten inneren Bauchfett.

Gegen einen erhöhten Cortisol-Spiegel helfen Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Schwarztee, Massagen und Lachen.

Wenn der Dauerstress über einen langen Zeitraum hinweg anhält, oder wenn man unter Depressionen leidet, kann das zu einer Erschöpfung der Nebennieren führen. Der Cortisol-Spiegel bleibt dann längerfristig erniedrigt. Auch bei Depressionen kann es zu einem erniedrigten Cortisol-Spiegel kommen.

Obwohl es logisch scheinen würde, wird man durch einen erniedrigten Cortisol-Spiegel meistens nicht wieder schlanker. Wer zu Übergewicht neigt, nimmt oft trotzdem weiter zu.

Menschen mit schlanker Veranlagung nehmen durch Stress und einen erhöhten Cortisol-Spiegel übrigens meistens nicht zu, sondern eher ab, weil ihnen dann der Appetit fehlt.

Schilddrüsenhormone

Die Schilddrüsenhormone sind die klassischen Stoffwechsel-Hormone.

Sie regulieren, grob gesagt, die Aktivität des Stoffwechsels. Dadurch werden beispielsweise die Körpertemperatur, der Blutdruck und das Körpergewicht geregelt.

Bei viel Schilddrüsenhormonen im Blut, also einer Schilddrüsen-Überfunktion nimmt man ab und hat einen hohen Blutdruck.

Bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion hat man einen eher niedrigen Blutdruck und nimmt stark zu.

Es gibt auch Störungen der Schilddrüse, bei denen die Symptome der Über- und Unterfunktion abwechseln.

Etwa ein Drittel der Frauen über 40 hat eine mehr oder weniger schwere Schilddrüsen-Unterfunktion. Außerdem wird die Wirkung der Schilddrüsen-Hormone erschwert, wenn eine Östrogen-Dominanz vorliegt, auch eine sehr häufige Erkrankung bei Frauen mittleren Alters.

So kommt es, dass zahlreiche Frauen ab 40 erheblich zunehmen, auch wenn sie wenig essen und sich regelmäßig bewegen.

Östrogene und Progesteron

Die Gruppe der Östrogene hat in erster Linie die Aufgabe, eine Frau zur Frau zu machen und die Fruchtbarkeit zu fördern.

Unter anderem sorgen die Östrogene für die typisch weiblichen Rundungen an den Hüften, dem Hintern und den Brüsten. Daran sieht man schon, dass Östrogene die Bildung von Fettpolstern fördern. Bei manchen Frauen wächst auch das innere Bauchfett bei einem Zuviel an Östrogenen.

Viele Frauen nehmen zu, wenn sie die Pille als Verhütungsmittel einnehmen. Ein weiterer deutlicher Hinweis darauf, dass Östrogene die Gewichtszunahme fördern.

Dennoch wird immer wieder behauptet, dass es Östrogenmangel sei, der Frauen in den Wechseljahren zunehmen lassen würde. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Durch den Progesteronmangel in den Wechseljahren kommt es zu einem relativen Östrogen-Überschuss, selbst wenn der absolute Östrogenspiegel niedrig ist. Dieses Phänomen nennt man Östrogen-Dominanz. Sie verursacht zahlreiche Gesundheitsprobleme und fördert unter anderem die Gewichtszunahme.

Außerdem verursacht eine Östrogen-Dominanz eine Resistenz der Schilddrüsen-Hormone, sodass diese nicht mehr richtig funktionieren können. Auch die Regelung des Cortisol-Spiegels wird durcheinander gebracht. Beides verstärkt die Bildung von Fettpolstern zusätzlich.

Gegen Östrogen-Dominanz hilft regelmäßige Bewegung. Als Heilpflanzen kann man Mönchspfeffer einsetzen. Es gibt zahlreiche rezeptfreie Mönchspfeffer-Präparate, die dafür geeignet sind.

Östrogene bei Männern

Auch Männer können durch Östrogene dick werden.

In Bier sind pflanzliche Östrogene enthalten. Daher bekommt man vom Bier einen dicken Kugelbauch, den sprichwörtlichen Bierbauch.

Zusätzlich zum Bierbauch können bei Männern auch Brüste wachsen, wenn sie Östrogene durch ihre Getränke oder Nahrungsmitteln zu sich nehmen.



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