Jeder kann abnehmen

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Oft hört und liest man "jeder kann abnehmen".

Diese Aussage hat durchaus ihre Berechtigung, denn wenn man Fotos von Menschen in Hungerzeiten sieht, sind alle abgemagert bis auf die Knochen.

Wer selbst die Hungerzeit nach dem zweiten Weltkrieg erlebt hat, durch Erzählungen seiner Eltern und Großeltern davon gehört hat oder durch Schilderung von Lagerinsassen, weiß aber auch, dass die Hungererfahrung oft die schlimmste Erfahrung des Lebens war. Hunger auszuhalten kommt offenbar mancher Folter ziemlich nah. Die Sehnsucht nach Essen wird dann meistens so übermächtig, dass sie das ganze Denken beherrscht. In Ihrer Hungerqual haben Menschen oft Taten begangen, an die sie sich nicht gerne erinnern und die auch möglichst niemand wissen soll. Darunter ist der Verzehr der geliebten Hauskatze als "Dachhase" nur eine relativ harmlose Kleinigkeit, die in schlechten Zeiten aber sehr verbreitet war und heutzutage schockierend wirkt.

Von Übergewichtigen wird heutzutage erwartet, dass sie sich dieser Hungerqual angesichts überbordender Supermärkte und voller Kühlschränke aussetzen. Zur Qual durch den Hunger kommt noch der schmerzhaft verlockende Anblick der vielen Nahrungsmittel hinzu.

Kein vernünftig denkender Mensch würde heutzutage irgend jemanden gezielt und ohne Not einer Hungersnot-Situation aussetzen. Bei strengen Diäten passiert aber genau das.

Viele schlanke Menschen würden an dieser Stelle vermutlich einwenden, dass es doch schon ausreicht, sich etwas zu mäßigen und die extremen Kalorienexzesse zu meiden, dann würde man schon schlank werden. Diese Argumente gelten durchaus für Menschen mit Veranlagung zu einer schlanken Figur. Ein wenig Maßhalten reicht aus und der Körper bleibt schlank.

Viele übergewichtige Menschen nehmen von der gleichen Nahrungsmenge jedoch immer weiter zu. Die Gründe dafür können vielschichtig sein. Unter anderem spielt auch die Veranlagung eine wichtige Rolle

Man hat herausgefunden, dass Übergewichtige im Durchschnitt weniger Kalorien zu sich nehmen als Normalgewichtige.

Hinzu kommt, dass der Körper von vielen Übergewichtigen auf Nahrungseinschränkung mit einer Anpassung des Stoffwechsels reagiert. Wenn die Betroffenen weniger essen, nehmen sie trotzdem nicht ab, weil sich der Stoffwechsel auf die veränderte Kalorienmenge anpasst.

Selbst wenn sie Sport treiben, nehmen viele Übergewichtige trotz verringerter Kalorienmenge nicht ab und wenn dann eher Muskelmasse als Fettmasse.

Wenn es dann doch mal gelingt, aufgrund von drastischem Verzicht, einige Kilos abzunehmen, kommen noch mehr Kilos meistens in kürzester Zeit wieder, weil der Körper für die nächste "Hungersnot" vorbeugen will.

Daher sind die betroffenen Übergewichtigen oft ganz verzweifelt und empfinden Aussagen wie "jeder kann abnehmen" als blanken Hohn.

Wenn man die Körpermechanismen kennt, die Abnehmen verhindern können, z.B. Stress, Schlafmangel, Hormonschwankungen und dergleichen, ist es eher möglich, trotz aller Schwierigkeiten allmählich abzunehmen.

Jedes abgenommene Kilo ist für die Betroffenen jedoch eine echte Leistung. Sie steht in keinem Verhältnis, zu dem bisschen Mühe, dass sich natürlich Schlanke geben müssen, um das eine oder andere Urlaubskilo wieder los zu werden.

Manche Menschen können beide Extreme innerhalb ihres Lebens sogar an sich selbst erleben. In jungen Jahren reicht es oft, ein wenig Sport zu treiben, um wieder rank und schlank zu werden. Jenseits der vierzig reicht dann nicht einmal mehr exzessiver Sport und Verzicht auf alle Nahrungssünden aus, um wieder so schlank wie früher zu werden.

Weil das Abnehmen für manche Menschen einen sehr hohen Preis erfordert, ist ein sorgfältiges Abwägen ob man abnehmen will oder nicht durchaus sinnvoll.

Je nach persönlicher Situation kann die Entscheidung sehr unterschiedlich ausfallen.



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