Hunger macht dick

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Hungern macht nicht etwa schlank, sondern langfristig macht hungern dick (Siehe Seite 24).

Das gilt natürlich nicht für Menschen in langen Hungersnöten oder Lager-Situationen. Diese Menschen werden vom Hungern dünn, so lange sie zu wenig zu essen haben.

Aber wenn Menschen in Überflussgesellschaften vorübergehend hungern, um abzunehmen, werden sie davon auf Dauer immer dicker.

Das hängt mit den Wirkungen des Hungerstoffwechsels zusammen.

Der Hungerstoffwechsel beginnt nicht erst, wenn man gar nichts mehr isst, sondern schon, wenn man 500 Kcal weniger isst, als man verbraucht.

Bei Frauen, die bettlägerig sind oder den ganzen Tag auf dem Sofa sitzen, ist dies bei etwa 1000 Kcal der Fall, bei aktiven Frauen, die Sport treiben, kann der Hungerstoffwechsel schon unter 1500 Kcal oder mehr beginnen. Für Männer gelten Werte ab 1200 Kcal für Bettlägerige und 1800 Kcal bis etwa 2200 Kcal für Aktive.

Wenn der Hungerstoffwechsel einsetzt, werden vorwiegend Muskeln abgebaut, auch wenn man Sport treibt. Der Körper versucht dadurch, die Energieverbraucher Muskeln zu minimieren.

Außerdem wird der Stoffwechsel verlangsamt und alle Körpervorgänge auf ein Minimum an Energieverbrauch reduziert.

Natürlich wird nach dem Muskeleiweiß auch Fett verbrannt, aber nur relativ langsam, weil der Körper die wichtigen Vorräte nicht so schnell verbrauchen will.

Daher nehmen viele Menschen, die eine sehr kalorienarme Diät durchführen, zwar zunächst ab (Muskelmasse), aber nach einer Weile hört das Abnehmen auf oder sie nehmen sogar wieder zu, obwohl sie fast nichts essen.

Beenden des Hungerstoffwechsels

Wenn man erst einmal im Hungerstoffwechsel ist, dann hilft nur mehr essen, um wieder erfolgreich Fett abbauen zu können, auch wenn das zunächst sehr paradox klingt.

Wenn man jedoch einfach mehr isst, dann wird man in den meisten Fällen erheblich zunehmen. Der hungernde Körper versucht nämlich mit aller Kraft Fettreserven aufzubauen, um für eine eventuelle zukünftige Hungersnot besser gewappnet zu sein.

Man muss die schwierige Aufgabe, den Hungerstoffwechsel zu überwinden, also mit System anpacken.

Anstatt jeden Tag ein wenig mehr zu essen, isst man an ein bis zwei Tagen in der Woche erheblich mehr. Zwischen diesen Tagen sollten jeweils mindestens zwei Tage liegen, in denen man sich so spärlich ernährt wie vorher. Dann merkt der Körper einerseits, dass die Zeiten besser werden. Er erhält aber nicht so viele Zusatzkalorien, dass in großem Stile neue Fettpolster aufgebaut werden.

Um neue Fettpolster zu verhindern und stattdessen Muskelmasse zu fördern, erhöht man außerdem sein Sportprogramm. Am besten eignet sich für diese Aufgabe Krafttraining, denn es baut mehr Muskeln auf als Ausdauertraining.

Am Anfang kann durch die wachsende Muskelmasse sogar das Gewicht wieder ansteigen. Doch in diesem Fall ist das wünschenswert, denn die Muskeln helfen langfristig beim Abnehmen, selbst in Ruhe.

Wenn man dann allmählich beginnt wieder abzunehmen, dann kann man ganz langsam auch die Nahrungsmenge an den Tagen erhöhen, an denen man sonst wenig isst.

Auf Dauer kann es jedoch hilfreich bleiben, nicht an allen Tagen gleich viel zu essen, sondern üppige Tage und sparsamere Tage zu leben. Durch die üppigen Tage kommt der Körper nicht auf die Idee, dass gerade eine Hungersnot herrscht. Durch die sparsameren Tage kann man Kalorien einsparen, was beim abnehmen hilft.

Die beschriebene Vorgehensweise, um den Hungerstoffwechsel zu verlassen, sollte jedoch nicht dazu dienen, dass Magersüchtige noch dünner werden. Sie soll auch nicht dazu dienen, das stark Übergewichtige an den üppigen Tagen hemmungslos gigantische Mengen essen. An den üppigen Tagen sollte etwas mehr gegessen werden, als man verbraucht. Der Schwerpunkt sollte dabei auf eiweißreicher Nahrung, und je nach sportlicher Belastung auf vermehrtem Kohlenhydraten liegen. Mit den Fetten sollte man sich auch an den üppigen Tagen eher zurückhalten.



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