Der Bauch ist der schlimmste Gesundheitskiller

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Der dicke Bauch hat in den letzten Jahre eine steile Karriere als Gesundheitskiller Nummer eins hingelegt.

Lange Zeit wurde der Kugelbauch nur in Karikaturen gewürdigt, doch einige Studien haben gezeigt, dass er häufig gemeinsam mit Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes auftritt.

Dabei geht es um das innere Bauchfett, das zwischen den Organen im Bauchraum sitzt und nicht um den fühlbaren Rettungsring unter der Haut.

Dieses innere Bauchfett gilt als besonders stoffwechselaktiv, das heißt, es produziert Hormone und setzt Triglyceride (Fette) frei.

Aus den alarmierenden Studien geht allerdings nicht hervor, ob das innere Bauchfett tatsächlich die Ursache für die verschiedenen Krankheiten ist, oder ob Bauchfett und Krankheiten möglicherweise eine gemeinsame Ursache haben.

Bauch-Panikmache in den Medien

Schon bevor diese wichtige Frage geklärt ist, wandert die vermeintliche Erkenntnis vom gefährlichen dicken Bauch durch sämtliche Medien. Innerhalb kürzester Zeit hat es der dicke Bauch geschafft, von den allermeisten Experten als äußerst gefährlich bezeichnet zu werden. Das wird auch im Fernsehen, in Zeitschriften und Büchern lautstark und ausgiebig zum Besten gegeben.

Manche Autoren gehen sogar so weit, dass schon ein winzig kleiner Bauchansatz sehr gefährlich sein soll und den baldigen Tod nach sich ziehen könnte, selbst wenn man ansonsten schlank ist.

Das ist natürlich nicht der Fall und dient wohl eher dazu, ein extremes Schönheitsideal zu propagieren als die Gesundheit der Betroffenen zu fördern.

Auch Blähungen können einen Bauch runden

Gerade bei schlanken Menschen kann ein praller, leicht nach außen gewölbter Bauch auch durch Blähungen verursacht werden, also durch Luft im Darm. Außer Stress kann die Ernährung zu Blähungen führen.

Blähende Nahrungsmittel sind unter anderem: Vollkornprodukte, Fruchtzucker, Kohl, Hülsenfrüchte (Soja, Bohnen), Zwiebeln.

Eine vermeintliche gesunde Ernährung kann also Luft im Bauch verursachen, die dann als ungesundes Bauchfett gilt.

Auch Menschen mit Übergewicht und deutlich dickem Bauch können natürlich Blähungen haben. Aber dann befindet sich meistens auch echtes inneres Bauchfett im Bauchraum.

Inneres Bauchfett erzeugt keine Speckröllchen

Typisch für die Berichterstattung über den Gesundheitskiller Bauch ist übrigens auch, dass die Speckröllchen oder der Rettungsring als sehr schädlich bezeichnet werden. Dabei handelt es sich bei beiden eindeutig um äußeres Bauchfett, das unter der Haut liegt und eben nicht als besonders schädlich gilt.

Manchmal sieht man bei Berichten über gefährliches Bauchfett auch Bilder von Frauen, die sich in den Bauch kneifen und wenige Zentimeter zwischen ihren Fingern halten. Erstens kneifen sie in ihr äußeres Bauchfett und zweitens spielen wenige Zentimeter gesundheitlich überhaupt keine Rolle.

Das innere Bauchfett kann man nicht mit den Händen greifen. Es liegt unter den Bauchmuskeln verborgen.

Mann erkennt es nur daran, dass sich der Bauch kugelförmig nach vorne wölbt. Daher spricht man auch von der Apfelform.

Besonders bei Männern kann man häufig diesen typischen Kugelbauch beobachten. Aber auch Frauen können ein bauchbetontes Übergewicht haben.

Aufgaben des inneren Bauchfettes

Fragen wir uns zunächst einmal, wofür das innere Bauchfett überhaupt vorgesehen ist.

Eine gewisse Menge Bauchfett wird benötigt, um die Bauchorgange zueinander abzupolstern.

Darüber hinaus dient es sozusagen als Kurzzeit-Vorrat im Körper.

Das ist vergleichbar mit dem Vorratsschrank in der Küche, der alles beinhaltet, was man öfter benötigt. Die seltener benötigten Vorräte befinden sich außerhalb der Küche in der Vorratskammer oder im Keller.

Der Körper baut sich also einen gewissen Bauchfett-Vorrat auf, um Reserve-Energie schnell zur Hand zu haben, wenn er sich mal verausgabt oder wenn die Esspausen zu lang werden.

Dazu passt es sehr gut, dass das Bauchfett einen aktiven Stoffwechsel hat. Es  muss bei Bedarf Fette ans Blut abgeben, damit diese Fette in anderen Organen als Energiespender zur Verfügung stehen. Genau das tut das Bauchfett auch ganz brav.

Außerdem dient das Bauchfett als ausgleichende Hormon-Produktionsstätte. Hier wird beispielsweise Östrogen produziert, aber auch andere Hormone.

Bei übergewichtigen Frauen hat man daher auch beobachtet, dass ihre Wechseljahre oft sanfter verlaufen als die Wechseljahre von schlanken Frauen.

Eine gewisse Menge inneres Bauchfett ist also durchaus nützlich und sinnvoll.

Im Übermaß problematisch

Nur wenn man erheblich zu viel inneres Bauchfett entwickelt hat, kann es zu einem Problem werden.

Die von ihm produzierten Hormone übersteigen den Bedarf und auch die Abgabe der Fette wird zu viel für das Blut.

Die offiziellen Grenzwerte der WHO für den Bauchumfang lauten zur Zeit:

·         Männer: über 102 cm Taillenfang

·         Frauen: über 88 cm Taillenfang

 

Bei diesen Maßangaben sollte man jedoch berücksichtigen, dass nie ein einziges Maß für alle Menschen gültig sein kann.

Der Bauch beinhaltet außer dem zu messenden inneren Bauchfett schließlich auch äußeres Bauchfett, Bauchmuskeln, Rückenmuskeln, Darminhalt, eventuelle Darmgase und möglicherweise Organvergrößerungen.

Dennoch kann es kaum schaden, wenn man bei Erreichen der Grenzwerte beim Arzt einen Gesundheitscheck durchführen lässt.

Ursachen für inneres Bauchfett

Wie das innere Bauchfett im Gegensatz zum Unterhaut-Fett entsteht, wird anscheinend noch nicht vollständig verstanden. Zumindest gibt es zur Entstehung des Bauchfettes sehr verschiedene Aussagen und Thesen.

Die meisten Experten behaupten, dass inneres Bauchfett durch zu viel kalorienreiche Nahrung, Süßigkeiten und Fette entsteht. Begründungen führ diese Aussage bleiben sie jedoch schuldig. Eine kalorienreiche Nahrung war bisher auch für die Entstehung des Unterhaut-Fettgewebes verantwortlich gemacht worden.

Auch Bewegungsmangel wird für das innere Bauchfett verantwortlich gemacht. Mangelnde Bewegung soll aber auch das andere Fett fördern.

Eine plausiblere Erklärung für die Entstehung von innerem Bauchfett liegt im Dauerstress. Bei länger bestehendem Stress wird vermehrt das Hormon Cortisol gebildet. (Siehe auch Seite 82)

Dieses Hormon entspricht in etwa dem Medikament Kortison, das gegen ein überschießendes Immunsystem eingesetzt wird. Bei Kortison-Behandlung kommt es nach einer Weile zur sogenannten Stammfettsucht. Das bedeutet, dass der Bauch dick wird und der Rest des Körpers schlank bleibt.

Daher liegt es nahe, dass zu viel körpereigenes Cortisol ähnliche Wirkungen auf den Körper hat wie eine Kortison-Behandlung.

Stressbedingtes Cortisol könnte also dafür sorgen, dass der Bauch überproportional stark anwächst.

Als Gegenargument kann hier eingewandt werden, dass manche Menschen bei Stress dünn werden und nicht etwa dickbäuchig. Diese Menschen verlieren bei Stress ihren Appetit und essen kaum noch etwas.

Möglicherweise müssen Stress und kalorienreiche Nahrung zusammenkommen, um einen dicken Bauch zu bilden.

Länger bestehender Stress kann also unter anderem einen dicken Bauch verursachen. Schwierige Lebenssituationen können zu Dauerstress führen, beispielsweise ein anspruchsvoller Beruf, Kindererziehung, Doppelbelastung, Pflege von Angehörigen, Arbeitslosigkeit und vieles mehr.

Auch Sorgen und Ängste können inneren Dauerstress bewirken. Dazu gehören beispielsweise Existenzsorgen, Gesundheitssorgen wegen des dicken Bauches, Mobbing wegen des Übergewichtes oder Frust wegen einer verzichtsreichen Diät.

Abhilfe gegen den dicken Bauch

Wenn man der Stress-Theorie Glauben schenkt, ist es zum Abbau des inneren Bauchfettes am wichtigsten, dass man zunächst seinen Stress abbaut.

Falls man in einer stressigen Lebenssituation steckt, ist es hilfreich, wenn man sein Leben stressärmer gestaltet. Dazu muss man seinen Alltag umstrukturieren und eventuell auch Entscheidungen zugunsten eines ruhigeren Lebens fällen.

Selbst wenn sich das Leben nicht ganz umkrempeln lässt, ist es wichtig, dass man lernt, sich Freiräume zu nehmen.

Hilfreich sind beispielsweise kurze Spaziergänge, Wanderungen am Wochenende, Besuch eines Thermalbades, Massagen, Angeln gehen oder auch Einkaufbummel, ganz nach persönlichen Vorlieben.

Manchen Menschen fällt es auch schwer, sich zu entspannen, selbst wenn sie ein ruhiges Leben führen. Dann können Entspannungstechniken helfen, mehr innere Ruhe zu finden. Dazu eignet sich beispielsweise Autogenes Training, Yoga oder Hypnose.

Generell kann es helfen, wenn man sich weniger Sorgen macht. Dazu gehören bei Übergewichtigen insbesondere auch die Sorgen wegen des Übergewichts und der Stress, den man sich macht, um es loszuwerden.



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