Das hungrige Gehirn



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Das Gehirn verbraucht etwa 30% der Nahrungsenergie für sich selbst.

Da das Gehirn keine eigenen Nahrungsspeicher hat, ist es ständig hungrig. Besonders hungrig ist das Gehirn natürlich, wenn man aktive Kopfarbeit leistet.

Seinen Hunger kann das Gehirn ausschließlich mit Glukose stillen, dem schnell verwertbaren Traubenzucker.

Traubenzucker ist nämlich der einzige Nährstoff, der vom Blut ins Gehirn übertreten kann durch die sogenannte Blut-Hirn-Schranke. Daher ist es auch so wichtig, dass der Blutzuckerspiegel immer eine gewisse Mindesthöhe hat.

Obwohl der Körper die Glukose aus allen Nährstoffen herstellen kann, unter anderem auch aus dem Körperfett, ist es für ihn am einfachsten, wenn die Glukose in möglichst reiner Form zugeführt wird.

So lässt sich auch erklären, warum viele Menschen so wild auf Süßigkeiten sind. Der Süßigkeiten-Hunger tritt oft verstärkt bei intensiver Kopfarbeit auf.

Die Bereitschaft des Körpers, sich die benötigte Glukose aus den vorhandenen Nährstoffen umzubauen, scheint von Mensch zu Mensch verschieden ausgeprägt zu sein.

Manche Menschen verspüren bei geistiger Arbeit kaum Heißhunger nach Süßigkeiten oder anderen Kohlenhydraten.

Bei anderen ist der Süßhunger vor allem beim Denken so stark, dass sie sich ihm kaum bewusst widersetzen können.

Der Abbau der körpereigenen Fettreserven zur Ernährung des hungrigen Gehirns scheint bei diesen Menschen wie blockiert zu sein. Möglicherweise spielt hier das Insulin eine wichtige Rolle, denn ein erhöhter Insulin-Spiegel bremst die Fettverbrennung für drei bis sechs Stunden um etwa 30%.

Das würde bedeuten, dass eine kohlenhydratreiche Mahlzeit vor der Denkarbeit dazu führt, dass man anschließend noch mehr Kohlenhydrate braucht, weil das ausgeschüttete Insulin die Fettverbrennung zu sehr drosselt.

In diesen Fällen könnte es übergewichtigen Denkern also helfen, wenn sie vor der Denkarbeit keine reichlichen Kohlenhydrate zu sich nehmen, damit sich der Körper besser beim Körperfett bedienen kann. Die Denkarbeit wird dann von den Fettpolstern ernährt, anstatt von eilig durch Heißhunger nachgeschobenen Kohlenhydraten.

In der Praxis hat es sich auch bewährt, wenn man bei intensiven Denkprozessen viel Wasser trinkt. Eine mögliche Erklärung dafür wäre, dass der Blutzucker dann leichter ins Gehirn überwechseln kann und besser zu den hungrigen Zellen des Gehirns gelangt. Doch das ist bislang nur eine These aus der Praxis, die nicht weiter erforscht wurde.

Endorphin-Ausschüttung als Dank für Gehirn-Nahrung

Weil das Gehirn auf Glukose als Nahrung angewiesen ist, sorgt es mit verschiedenen Tricks dafür, dass es eine Nährstoffe bekommt.

Einer der Tricks des Gehirns ist es, sich für die Glukose mit Endorphinen zu bedanken. Ein Großteil der Endorphine wird von der Hypophyse produziert, der Hirnanhangdrüse in der Nähe des Hypothalamus.

Endorphine werden auch als Glückshormone bezeichnet, weil sie Wohlbefinden auslösen. Sie können auch Schmerzen stillen.

Süßigkeiten wirken also tatsächlich beglückend, denn wenn man sie isst, wird man durch Endorphine belohnt. Da fällt es natürlich schwer zu widerstehen.

Die Endorphin-Produktion wird aber nicht nur durch Süßigkeiten angekurbelt, sondern auch durch intensiven Sport oder erfreuliche Erlebnisse wie beispielsweise Küssen.




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