Abnehmen ist eine reine Frage der Disziplin

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Viele Übergewichtige werden ständig damit konfrontiert, dass es nur eine Sache der Disziplin sei und schon würden sie völlig problemlos rank und schlank werden.

Sind etwa alle Übergewichtigen disziplinlos?

Für einen Teil der Betroffenen mag diese Vorstellung durchaus zutreffen, doch die schlanken Mahner machen es sich etwas zu einfach, wenn sie fehlende Disziplin als Wurzel des Übergewicht-Übels betrachten.

Die eine Seite der Disziplin gegen das Übergewicht ist der Verzicht von kalorienreichen Nahrungsmitteln.

Bei extrem schlanken Menschen, beispielsweise Models oder solchen, die es gerne wären, ist es relativ verbreitet, dass sich die Betroffenen durch ausgeprägten Hunger quälen. Viele leiden so sehr unter dem permanenten Hunger, dass sie ihr Unterfangen eines Tages aufgeben. Andere werden früher oder später magersüchtig, dann macht ihnen das Hungern nicht mehr so viel aus, aber sie werden krank davon.

Die meisten schlanken Menschen müssen sich jedoch nicht so extrem kasteien, um schlank zu bleiben. Zwar verkneifen sich viele hier und da ein paar kalorienreiche Gelüste, aber im Allgemeinen findet kein täglicher Extremverzicht statt.

Viele Übergewichtige setzen sich jedoch regelmäßig extremen Verzicht-Situationen aus, immer dann, wenn sie eine Diät durchführen. Im Durchschnitt verzichten Übergewichtige viel mehr als Normalgewichtige. Sie essen durchschnittlich sogar weniger Kalorien.

Doch bei vielen Übergewichtigen ist nicht nur die Anlage zum Übergewicht vorhanden, auch ihr Appetit ist stärker als bei Normalgewichtigen.

Der Appetit wird aber nicht vom Bewusstsein gesteuert, sondern vom Unterbewussten. Gegen die Kraft des Unterbewussten kommt man nur sehr schwer an.

Wenn das Unterbewusste etwas essen will, dann kann man diesem Drang eine Weile widerstehen. Doch irgendwann, in einem müden oder unaufmerksamen Moment, wird sich das Unterbewusste durchsetzen.

Die meisten Normalgewichtigen sind mit einem Unterbewussten gesegnet, dass nur zu wenig unvernünftiger Völlerei drängt. Die meisten Übergewichtigen haben es mit ihrem stets hungrigen Unterbewussten erheblich schwerer.

Darum kann man das Maß der Disziplin, das nötig ist, damit jemand sparsam isst, nicht von Mensch zu Mensch vergleichen.

Mit der anderen Seite der Disziplin, dem Sport, sieht es ganz ähnlich aus.

Jemand, der es gewohnt ist, sich viel zu bewegen, der sich eines beweglichen, schlanken Körpers erfreuen kann, braucht nicht viel Disziplin, um zu einer sportlichen Aktivität aufzubrechen.

Ein kleiner, innerer Schubser reicht aus, um sich vom Sofa zu erheben und die Turnschuhe zu schnüren. Der sportliche Mensch weiß auch schon im Voraus, dass er Freude an der Bewegung haben wird, selbst wenn es teilweise etwas anstrengend wird.

Ganz anders sieht es für einen Übergewichtigen aus, dem es schon schwer fällt, zwei Treppen zu ersteigen. Für Viele ist es schon mühsam, überhaupt die Turnschuhe anzuziehen. Beim eigentlichen Sport fällt oft jeder Schritt schwer und die Betroffenen schleppen sich dahin. Außerdem genieren sich viele Übergewichtige, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen, weil sie oft Hohn und Spott ausgesetzt sind. Dabei sollte man eigentlich jedem Übergewichtigen Respekt zollen, der sich auf ein Fahrrad, ins Schwimmbad oder ins Fitnessstudio wagt.

Um es zu schaffen, sich vernünftig zu ernähren und ausreichend zu bewegen, braucht man nicht unbedingt ein enormes Maß an Disziplin. Stattdessen ist es viel aussichtsreicher, wenn man sich seine Situation so einrichtet, dass das eigene Unterbewusste beim Abnehmen hilft anstatt es zu bekämpfen (Siehe ab Seite 119).

Bei der Ernährung kann man seine tiefen Bedürfnisse berücksichtigen und auch die suchtartigen Mechanismen des Körpers.

Wenn man lernt, die Bedürfnisse zu befriedigen und seine Süchte zu überwinden, dann braucht man nicht mehr viel Disziplin, um sich abnehmfördernd zu ernähren. Dann reicht ein klitzekleines inneres "Nein", wenn man abends doch noch einmal Heißhunger verspürt.

Doch für diesen Prozess braucht man Zeit und man muss sich gegebenenfalls auch hier und da einen Rückfall verzeihen.

Auch für das Anfreunden mit körperlicher Bewegung brauchen viele Übergewichtige Zeit. Anfänglich kann es hilfreich sein, wenn man sich in einem geschützten Rahmen an mehr Bewegung gewöhnt. Das kann ein Heimtrainer zuhause sein, oder eine extra Sportgruppe für Übergewichtige, oder langsames Wandern auf eher einsamen Wegen.

Nach und nach wird der Körper fitter und die Bewegung macht mehr Spaß. Wenn man erst einmal körperlich fit ist, dann fällt es auch viel leichter, den neugierigen Blicken der Mitmenschen standzuhalten. Der Respekt kommt meistens ganz von alleine, wenn die Menschen sehen, dass auch Übergewichtige fit sein können.

Wenn man sich dann gerne bewegt, dann braucht man nur noch ein klein wenig Disziplin, um sich die Sportschuhe zu schnüren.

Es geht also nicht so sehr um die Stärke der Disziplin als darum, dass man es sich leichter macht, weniger zu essen und sich mehr zu bewegen.

Wie man es sich das Abnehmen leichter macht, ist eigentlich das Hauptthema dieses Buches.



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